Auszug aus dem 6. Kapitel
Folgen der immer schneller werdenden technologischen Gesellschaft:
Wie wir in ihr leben können, ohne uns darin zu verlieren

KS (Karsten Schumacher): In dem System, in dem wir leben, hat man zuweilen den Eindruck, dass man sich hier in einem »schlecht gespielten Theaterstück« befindet …
HK (Horst Krohne): Ja, das kenne ich. Man hat das Gefühl, ich bin hier im falschen Film … Das sind erste Anzeichen eines Erwachens. Es ist die tiefe Ahnung, dass hier etwas falsch läuft. Doch es reicht nicht aus, es dabei zu belassen. Wir müssen tiefer dringen, sozusagen noch tiefer hinter die Fassade blicken. Erst wenn wir uns die Mechanismen, die das System am Laufen erhalten, ganz genau anschauen, erst wenn wir dem, was da falsch läuft, ganz auf den Grund gehen und uns infolgedessen energetisch davon lösen, gelangen wir zu einem wahren Erwachen. Wir müssen verstehen, dass wir dem kranken System, wie wir es in unserer Welt vorfinden, nicht physisch entkommen können. Wir können nicht davor fliehen. Wir können nicht einfach davor weglaufen oder uns in die Einsamkeit der Natur zurückziehen, um seinem Einfluss zu entgehen. Selbst wenn wir ein Raumschiff nehmen und den Planeten Erde verlassen könnten, würde uns das nichts nützen, weil wir die spezifische Schwingungsenergie mitnehmen würden, die zu dem kranken System geführt hat, welches seinerseits das Bewusstsein der Menschen in Ketten hält. Sprich, solange wir die dualistischen und bindenden Energien in uns nicht aufgelöst haben, tragen wir sie in uns und nehmen sie mit uns, ganz gleich, wohin wir auch fliehen mögen – sei es zum Mond, zum Mars oder zu einem noch weiter entfernten Ort in unserer Galaxie –, was zur Folge hätte, dass wir dort ein ähnliches System errichten würden.

KS: Es geht also darum, energetisch aus dem System auszutreten.
HK: Richtig. Doch dazu müssen wir uns damit auseinandersetzen. Wir müssen erkennen, auf welche Art das System, in dem wir leben, unsere schöpferischen Kräfte in Ketten legt.
Fest steht, in dem System, in dem wir leben, sind wir nicht frei, auch wenn die vielen Szenen, die wir auf der »Bühne des Lebens« wiederholt zu sehen bekommen, uns ein Gefühl von Freiheit vermitteln. Täuschen wir uns nicht! Lassen wir uns von diesen Eindrücken nicht fesseln! Lassen wir uns davon nicht einlullen! So wird das menschliche Bewusstsein in Schlaf gehalten!
Mit jedem Mal, wenn wir die immer wieder neuen Inszenierungen von Freiheit, die auf die »Leinwand der Welt« geworfen werden, für die Freiheit halten, lassen wir uns Sand in die Augen streuen. Erkennen wir nicht, dass dies nur endliche Formen der Freiheit sind, mit denen wir uns hier begnügen? Solange aber unser Bewusstsein diese scheinbare Freiheit akzeptiert, die in Wirklichkeit nichts anderes als eine Freiheit innerhalb von Grenzen ist, fährt es fort, in Gefangenschaft zu leben. Wahre Freiheit kennt keine Grenzen! Es geht also darum, hinter die Fassade dessen zu blicken, was in unserer Welt vor sich geht. Wir müssen sehen, was das ist, das uns zunehmend wie ein »schlecht gespieltes Theaterstück« vorkommt. Wenn wir zutiefst erkennen, dass unser Bewusstsein dadurch gefesselt wird, treten wir energetisch aus dem System aus. Wir lassen ab davon, zu dieser Veranstaltung energetisch beizutragen. Wir nehmen nicht mehr daran teil.
Natürlich werden wir weiterhin in der Welt leben. Aber wir werden unbeteiligte Beobachter sein. Wir werden sehen, wie viele Menschen, noch ganz fasziniert von dieser spektakulären Veranstaltung, Tag für Tag daran teilnehmen werden. Sie stehen, bildlich gesprochen, täglich in langen Schlangen an der Kasse an und bezahlen für ein Theaterstück, das sie schon unzählige Male gesehen haben, das sie aber immer wieder sehen wollen, weil es von Tag zu Tag etwas variiert und weil es nach wie vor eine so starke Anziehung auf sie ausübt. Es sind, wie gesagt, die Menschen, die – indem sie permanent mit ihrer Energie für den Eintritt bezahlen – dieses groteske Schauspiel, das sie Leben nennen, am Laufen halten.
Denn hätte das »Theaterstück« keinen regen Zulauf mehr, und dadurch schwindende Einnahmen, dann würde es sehr bald abgesetzt werden!
Wenn wir das »Schauspiel« auf der Welt durchschauen, dann ziehen wir uns daraus zurück. Gleichwohl wir nach wie vor in der Welt leben, sind wir nicht länger mehr von dieser Welt …
KS: Doch das bedeutet sicherlich nicht, dass wir passiv bleiben sollten.
HK: Nein, ganz und gar nicht. Jeder, der aus diesem dualistischen System aussteigt, tritt in ein unermessliches Liebesbewusstsein ein. Und diese enorme Liebe, diese totale Freiheit veranlasst ihn, auch andere Menschen auf das perfide Spiel aufmerksam zu machen, d. h. jene »Inszenierungen« zu entlarven, die uns in einem fort Freiheit vorgaukeln, in Wirklichkeit aber das Bewusstsein einkerkern.
All jene, die das System durchschaut haben, werden sich – bildlich gesprochen – auf dem Platz vor der »Theaterkasse« hinstellen und mit Plakaten auf dieses »groteske Schauspiel« hinweisen. Sie werden darüber aufklären, was hier falsch läuft. Sie werden darauf aufmerksam machen, auf welche Weise das Bewusstsein der Menschen hier gefesselt wird. Sie werden den Menschen helfen, das System zu durchschauen, zumindest denjenigen, die schon etwas desillusioniert sind und sich nicht mehr so sehr davon blenden lassen, mit der Folge, dass sie bald keine große Lust mehr verspüren, diesen »Inszenierungen« beizuwohnen. Auf diese Weise werden immer weniger Menschen das System mit ihren Energien nähren. Und was nicht länger ein Kassenschlager ist, wird über kurz oder lang abgesetzt.
Aber achten wir darauf, dass wir bei allem, was wir tun, in der Liebe bleiben! Vergessen wir nicht, dass jede Art von Opposition bedeutet, dass wir dem »dualistischen System« eine Unmenge an nährender Energie zuführen.
Und damit beziehe ich mich nicht nur auf äußere Aktionen, wie diese in einem großen Protestmarsch, in Revolutionen, in einem versteckten Widerstand oder anderen Formen der Opposition zum Ausdruck kommen, und die in ihrer Art eines gemeinsam haben: Sie versuchen stets, gegen etwas anzukämpfen. Das hat – wie die Geschichte der Menschheit nur allzu oft gezeigt hat – Unmengen an Zerstörung oder ein riesiges Blutbad zur Folge gehabt.
Ich beziehe mich auch auf die subtilen Formen der Opposition: aggressive Emotionen, Gefühle der Abneigung, polemische Äußerungen, Parolen der Ausgrenzung, Gedanken von Hass und Verachtung etc. Auch diese nähren das »Spiel der Dualität«.
Jegliche Art von Abspaltung und trennendem Denken führt diesem System ungeheure Energien zu. Vergessen wir also nicht: Am Ende gewinnt immer das »Theater«, wenn wir einen Krieg gegen den »Theaterdirektor« oder andere »Mitglieder des Direktoriums« führen. Ganz gleich, ob wir hier nur ein wenig Gewalt anwenden oder viel Zerstörung anrichten, jeder winzigste Anflug von Gegnerschaft, sei es im Denken, Fühlen oder Tun, belebt das System. Mit anderen Worten, jede Art von Opposition gibt ihm die Kraft, die es braucht, um weiter existieren zu können.
Daher ist es so wichtig, in der Liebe zu bleiben. Achten wir also darauf, dass wir, wenn wir uns auf den Platz vor der »Theaterkasse« hinstellen, um über das aufzuklären, was hier falsch läuft, unerschütterlich in der Liebe gegründet sind.
Lassen wir die »Schilder«, die wir vor unserer Brust halten, Verlängerungen unseres Herzens sein. Lassen wir die Liebe durch uns fließen und auf ihre Weise das System bloßstellen. Liebe ist von einer unermesslichen Intelligenz erfüllt. Sie hat einen langen Atem und unendlich viel Geduld. Sie weiß um die Wege, die zu einer maximalen Befreiung führen.

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Horst Krohne & Karsten Schumacher
Die Explosion des Herz-Bewusstseins.
Wie wir die Essenz in uns zum Erblühen bringen.
272 Seiten, Silberschnur Verlag,
ISBN: 978-3-96933-124-8