
Hier sind ein paar Skizzen und Gemälde von mir, die meine langjährige Beschäftigung mit diversen Weisheitslehren zum Ausdruck bringen. Auch ein weiteres meiner Anliegen, das Forschen nach einer Art »bildhaften Ursprache«, lässt sich so manchen der unteren Bilder entnehmen.
In der Spalte auf der linken Seite können Sie durch ein Klicken auf den jeweiligen Titel schnell zu den Erklärungen über die einzelnen Bildern gelangen.

Die BILDER der
Gallerie in ihrer
Reihenfolge von
oben nach unten
(v. l. n. r.):

Eine paar kurze Andeutungen zu den jeweiligen Bildern:
Der Mond
Wir neigen dazu, uns von den Gegensatzpaaren hin- und herjagen zu lassen. Mal entscheiden wir uns für eine „wilde“, „impulsive“ „hemmungslose“ und „aggressive“ Lebensweise, ein anderes Mal sehen wir Vorteile darin, wenn wir uns „diszipliniert“, „hilfsbereit“, „kontaktfreudig“ und „beschützend“ zeigen. Doch auch wenn der Hund im Gegensatz zum Wolf domestiziert ist, so sind sie im Grunde beide von derselben animalischen Natur. Es besteht also kein wirklicher Unterschied zwischen ihnen. Die siebte Tarotkarte »Der Mond« enthüllt uns, dass der Weg der Befreiung zwischen den Gegensätzen hindurchführt. Es geht darum, sich von allen Arten von Anhaftungen und Behausungen zu lösen, ganz gleich, ob diese uns nun schön oder hässlich, prachtvoll oder armselig, widerstandsfähig oder zerbrechlich etc. vorkommen mögen. Mit den »Behausungen« sind nicht nur die Bauwerke aus Stein, Holz und Metall gemeint, sondern auch die Erscheinungsformen, in denen sich die Seele im Verlauf einer Inkarnation kleidet.
In dem Maße, wie sie darin sesshaft wird und eine Bindung dazu entsteht, vergisst sie die Tatsache, dass sie lediglich der »Bewohner« ist. Alle Behausungen – d. h. die, in denen wir konkret wohnen, sowie auch die, die unsere Seele für eine gewisse Zeit bewohnt – sind Mittel, um sich in der Welt auszudrücken. Aber passen wir auf, dass wir uns nicht damit identifizieren! Verwechseln wir sie nicht mit unserem wahren Sein!
Wahrer Halt
Unser wahrer Halt liegt nicht in der dreifachen Formwelt, d. h. nicht in den äußeren Dingen und Erscheinungsformen, nicht in der Gischt der Emotionen und auch nicht in der Sphäre rastloser Gedanken. Alles ist hier in Bewegung und einer fortlaufenden Veränderung unterworfen. Wie der Mond, der ständig zunimmt und abnimmt, erblicken wir hier flackernde Lichter, die uns anziehen und betören. Doch warum sollten wir uns von einem »flüchtigen Flimmern«, das mal anwächst und mal schwindet, gefangen nehmen lassen? Das ist nicht das WAHRE LICHT!
Auch in unserem Ich bzw. im seelischen Selbst ist der wahre Halt nicht zu finden, selbst wenn von letzterer Instanz ein permanentes Licht und eine zunehmende Wärme ausgeht.
Das Licht der Seele lässt sich mit den feinen Schwingungen gesprochener Worte vergleichen. Durch sie offenbart sich der göttliche Geist.
Geben wir acht, dass wir nicht die »himmlischen Worte« mit dem DEM verwechseln, DER sie spricht. Denn die Seele ist nur ein Ausdruck des Geistes Gottes, so wie die Persönlichkeit eine Verlängerung bzw. Verdichtung der Seele ist. Wir tun also gut daran, uns auf die Sprache Gottes, d. h. die zarten Lichtfäden, mit denen ER die Symbole der Seele webt, einzuschwingen. Denn über sie führt der Weg zurück in unsere wahre Heimat. Er mündet im Erkennen: Im göttlichen Geist allein liegt unser unerschütterlicher Halt.
Zentrierung
Was bedeutet »Zentrierung«? – In einer wahren Zentrierung ist einer/eine auf das geistige Zentrum aller Dinge ausgerichtet. Wir können dann nicht anders als in allem eine »strahlende Sonne« zu gewahren. Sicherlich, manchmal ist es nur der schwache Abdruck dieser Sonne, der uns im Gegenüber entgegenleuchtet, doch nichtsdestotrotz ist das ein Hinweis auf den »göttlichen Geist«, der ausnahmslos allen Wesen innewohnt. Da sich der »Weltengeist« durch All-Liebe, Allgegenwart, All-Macht usw. kundtut, kann es auch nicht anders sein: Alle Dinge und Lebensformen sind von IHM durchdrungen. ER reicht bis in die kleinsten Lebensformen hinein. Selbst in den winzigsten Fasern, Atomen und Zellen ist ER gegenwärtig.
Für die Pythagoräer war Apollo, die Sonne, ein Symbol für das »ungeteilte EINE«. Dazu weiter unten mehr (Siehe die Erklärungen zu dem Bild SAT & TAT).
In dem Maße wie es uns gelingt, in unserem täglichen Dasein immer häufiger dieses „Eine ohne ein Zweites“ anzuerkennen und zu leben, und folglich ohne Anstrengung und ganz natürlich »in der LIEBE zu schwimmen«, wird unsere Schwingung zunehmen. Das allmähliche Anwachsen unserer Schwingungsenergie werden wir auch körperlich wahrnehmen: Wir werden immer öfters ein Gefühl der Beschwingtheit erleben, wir werden eine Energie bemerken, die sich durch bestimmte Bereiche unseres Körpers »hindurchschlängelt«. Wir werden in verschiedenen Körperzonen ein Vibrieren spüren und in vielen Fälle auch hören. Das kann so weit gehen, dass wir das Empfinden haben, unser Körper habe sich in seiner festen Beschaffenheit aufgelöst. Unter Umständen kommt es uns auch so vor, als ob wir auf Wellen liegen und davon sanft auf- und niedergehoben würden. In einer tiefen Entspannung und Trance kann es auch möglich sein, dass wir diese hin- und herwindenden Bewegungen einer Schlange intensiv in unserem Körper erleben. Eventuell haben wir auch das Gefühl, als ob etwas sehr Feinstoffliches in uns sich von der engen Körperhülle häuten und loslösen würde.
Wie auch immer, wir sehen, dass die »Schlangenkraft« sich auf vielfältige Weise bemerkbar macht! Lange bevor es – sozusagen als Höhepunkt dieser Entwicklung – zu einem Aufsteigen der Kundalini im Bereich der Wirbelsäule kommt, äußert sie sich bereits durch Anzeichen, von denen interessanterweise einige die Charakteristika einer Schlange aufweisen. Das nur mal kurz zum Nachdenken. Wer sich davon angesprochen fühlt, möge darüber tiefer meditieren …
Das 8. Chakra
In der Beschreibung des Bildes greife ich auf einen Artikel von mir zurück, der im HEILSPIEGEL (Nr. 72) erschienen ist. Bei eingehender Betrachtung fällt auf, dass die oberhalb der horizontalen Linie sich befindenden Symbole – sie repräsentieren alle das 8. Chakra – eine große Ähnlickeit aufweisen (Abgesehen von dem des achtstrahligen Sterns, der aber – wie gleich noch zu sehen ist – aus ganz bestimmten Gründen Eingang in dieses Gemälde gefunden hat.).
Die Taube ist das bekannteste Symbol für den Heiligen Geist im Christentum. Das geht auf eine biblischen Erzählung zurück, die beschreibt, wie der Geist Gottes bei der Taufe Jesu in Gestalt einer Taube auf ihn herabkam. Daniel Meurois schreibt hierzu in einer Fußnote: „Diese Beschreibung entspricht dem Eindruck, der entsteht, wenn das achte Chakra sich extrem ausdehnt. Es liegt oberhalb des Kopfes und entspricht dem Nous, also dem höheren Bewusstsein. Darin verbinden sich die transzendenten Aspekte der Herzensweisheit und des höheren Mentalkörpers. Dieses Chakra wird oval, wenn es sich ausdehnt und verströmt nach beiden Seiten einen intensiven Lichtstrom. Die beiden Lichtströme können die Form von sich ausbreitenden Flügeln annehmen und den Gesamteindruck eines Vogels erwecken. Daher wird in der christlichen Tradition der herabströmende Heilige Geist als Taube dargestellt. Die Ägypter hätten von einem Falken gesprochen.“ (Daniel Meurois: Jesus – Die wahrhaftige Aufgabe und seine Jahre nach der Kreuzigung, S. 74)
Ein paar Seiten weiter, im selben Buch, erfahren wir, dass das Wissen um das 8. Chakra – um dieses Energiezentrum, durch das sich der göttliche Geist ausdrückt –, in vielen Kulturen existiert und dass nur die Art der Beschreibung variiert: „Was manche »Taube« nannten, glich eher dem Blitz des Herren des Berges* als einem friedlichen Vogel. [Und in der Fußnote* hierzu heißt es:] Heute würde man sagen »Shiva« als Energie, die »Shakti« erweckt. “ (Daniel Meurois: Jesus – Die wahrhaftige Aufgabe und seine Jahre nach der Kreuzigung, S. 89)
Obwohl sich die Bezeichnungen für das 8. Chakra je nach kulturellem Einfluss unterscheiden mögen, ist doch interessant zu bemerken, dass, wie im oberen Bilddiagramm dargestellt, die diversen Symbole dafür – Taube, Falke, Dreizack des Shiva, die Flügel im oberen Teil des Merkurstabs etc. – sich sehr ähneln. Man kann eben nicht das entstellen, was im feinstofflichen Bereich sichtbar ist!
Doch was hat es mit dem Symbol ganz rechts im Bild auf sich, das eine Vereinigung von Mond und Sonne andeutet? Um das zu erklären, muss kurz etwas ausgeholt werden: In einigen Traditionen wird die Seele als ein Licht beschrieben, das sich mit jeder neuen Existenz in die dichte Welt der Formen projiziert. Diese Projektion enthält den Seelenplan, sprich die Aufgaben, das Geflecht der Beziehungen und andere karmische Knoten, die sie zu lösen sich in der jeweiligen Inkarnation vorgenommen hat.
Wir haben also das »Licht der Seele« und ihre »Widerspiegelung«, d. h. die Persönlichkeit, die sie in jeder Inkarnation neu entwirft. Mit anderen Worten, es gibt eine Welt, in der wir inkarnieren – die Erscheinungswelt – und eine Welt, in die wir uns nach unserem Abstieg in die dichteren Dimensionen wieder zurückziehen und ausruhen: die Seelenwelt. Die »urbildhafte Welt der Seele« wird oft durch eine »kleinere Sonne« symbolisiert, während die »Welt der Abbilder« durch einen »Mond« dargestellt ist.
Die Trennung zwischen diesen Welten gilt es zu überwinden. Und genau das, die Vermählung von Seele (Sonne) und Persönlichkeit (Mond) – letztere umfasst den Körper und die Psyche – führt zum Erwachen des 8. Chakras, wodurch wir Zugang zum göttlichen Geist erhalten. Mit anderen Worten, wenn die grundlegende Dualität der Welt, die uns an den Kreislauf der Reinkarnation bindet – das Identifizieren mit einem separaten Körper und einem abgetrennten Selbst –, aufgelöst ist, erinnern wir uns wieder daran, wer bzw. was wir in Wirklichkeit SIND: göttlicher Geist!
Daher ist das Bild von »Mond-Sonne«, das die genannten zwei Aspekte in einer innigen Vereinigung darstellt, unter anderem auch ein Symbol für den Geist Gottes.
Im Schlusswort von Das Große Handbuch der Heilkunst der Essener und Altägypter von Daniel Meurois und Marie-Johanne Croteau-Meurois – es ist bisher noch nicht in deutscher Sprache erschienen – können wir folgende Stelle lesen: „Ein (…) Lehrer (…) zeichnete mit einer lodernden Flamme über dem Kopf eines jeden das Zeichen von Mond-Sonne, des achtstrahligen Sterns … Eine langgezogene Melodie, die aus der Tiefe jeder Brust zu kommen schien, stieg schließlich aus der Versammlung auf.“
Der Laut SCH

Auch in anderen Sprachen verweist der Klang ‘S’ auf das Feuer. Die protoindoeuropäische Wortwurzel *as- bzw. *es- hat die Bedeutung von „brennen“. Der hebräische Buchstabe Shin (
), der dem deutschen Laut Sch bzw. S entspricht, wird generell mit dem Feuer assoziiert. Davon abgeleitet ist das hebräische Wort esh (
), das „Feuer“ bedeutet. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammen hiervon das mittelhochdeutsche Wort Esse (= „Schmiedefeuer“, „Feuerstelle“) und das althochdeutsche Wort essa (= „Brennofen“) ab. Bis in die heutige Zeit hinein wird im Schmiedehandwerk dieser Begriff verwendet. Der Begriff „Asche“ (englisch ash) ist auch damit verwandt.
Aber es gibt noch mehr zu diesem Laut zu erzählen. In der Bibel wird beschrieben, wie die Flammenzungen des Heiligen Geistes auf die Apostel herabkamen: „Und es kam plötzlich ein Brausen vom Himmel wie wenn ein gewaltiger Wind daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen die sich verteilten wie von Feuer, und es setzte sich auf jeden einzelnen von ihnen, und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt (…).“ (Apostelgeschichte 2, 2 – 4)
Doch damit nicht genug! Es scheint eine glyphenartige Darstellung der transformierenden Erfahrung des Heiligen Geistes zu geben, die kulturübegreifend in allen Epochen der Menschheitsgeschichte nahezu identisch ist. Anhand des Bildes können wir sehen, wie der Buchstabe SCH in sehr alten Schriftsystemen (beispielsweise in der hebräischen, kyrillischen und chinesischen Schrift oder auch im Watan-Alphabet) durch eine verblüffend ähnliche Schreibweise zum Ausdruck kommt. Zudem haben diese Zeichen eine große Übereinstimmung mit den verschiedenen Abbildungen, die das 8. Chakra symbolisieren. (Vgl. hierzu die Erklärungen zum BIld Das 8. Chakra.)
Noch ein abschließender Hinweis: Das chinesische Piktogramm Shān ( 山 = Berg ) weist auch in seinen ältesten Darstellungen – im Oracle Bone Script (ab 1250 v. Chr.) und im Small Seal Script (ab 770 v. Chr.) – eine ähnliche Form auf. Diese erinnert an den Dreizack von Shiva, was umso bemerkenswerter ist, da Shiva auch als der »Herr des Berges« bezeichnet wird.
Wir sehen also, dass trotz des im Laufe der Menschheitsgeschichte wechselnden Zeitgeistes und den damit einhergehenden verschiedenen kulturellen und geschichtlichen Prägungen, die transformierende Erfahrung des Heiligen Geistes gleichgeblieben ist. Wir haben hier ein spirituelles Erlebnis – das Empfangen des göttlichen Feuers –, an dem alle Kulturen gleichermaßen Anteil hatten und das dementsprechend in Ursymbolen und Urklängen bewahrt wurde. Enthüllt sich uns hier ein kleiner Einblick in eine einst verloren gegangene Ursprache der Menschheit?
SAT & TAT
SAT & TAT sind zwei Sanksritwörter, die in der vedischen Philosophie häufig Verwendung finden.
Tat (तत्) bzw. Tad (तद्) bedeutet „das“. Diese Bedeutung hat sich nahezu unverändert in der englischen Sprache erhalten, denn dort lautet das entsprechende Wort „that“.
TAT symbolisiert den Anfang der Welt, die ursprüngliche MATERia Prima, die alle möglichen Erfahrungen, die wir in Raum und Zeit machen können, hervorbringt. Es ist DAS, woraus alle differenzierte Schöpfung hervorgeht.
Der Satz TAT twam asi (DAS bist du!) besagt, dass wir im Grunde unseres Seins alle DAS – der Urstoff der Welt – sind. Tat ist eng verknüpft mit dem Urlaut Tau, der sich bis auf wenige Abweichungen in vielen Kulturen unterschiedlichster Zeitepochen erhalten hat: Im Hebräischen haben wir den Buchstaben Taw ( ת ). Als der letzte Buchstabe des hebräischen Alphabets ist er eng mit der Tarotkarte Die Welt verknüpft. Auch im asiatischen Raum ist dieser Laut nicht wegzudenken, hier existiert ebenfalls seit Tausenden von Jahren das chinesische Konzept des Tào bzw. Dào, das auf die wahre Realität hinter den bedingten und vergänglichen Dingen der Welt hinweist. Das Taukreuz vermittelt eine ähnliche Bedeutung. Es symbolisiert das »Kreuz von Zeit und Raum«, an dem das Göttliche während der Zeitdauer seiner Manifestation gebunden ist.
Wir sehen also, der Urklang „Tau“ ist ein universeller Begriff, der in vielen Sprachen vorkommt und – selbst über sehr lange Zeiträume hinweg – seine ursprüngliche Bedeutung bewahrt hat: Er repräsentiert, die Gesamtheit aller Manifestationen, d. h. all der Schöpfung, durch die das Göttliche sich ausdrückt.
Der Begriff Tao war bereits in Atlantis bekannt. Das Taozeichen ist ein Symbol für die alles durchwirkende Kraft, von der die Menschen in Atlantis noch ein umfassendes Wissen besaßen. Laut Rudolf Steiner bezeichneten die Atlanter mit „Tao“ den Großen Geist, der überall aus der Natur zu den Menschen sprach:
„Was heute im Plätschern der Wellen, im Rauschen des Windes, im Säuseln der Blätter, im Grollen des Donners zum Menschen spricht (…), das war dem alten Atlantier damals verständlich. Er empfand aus allem heraus ein Göttliches, das zu ihm redete. Innerhalb all dieser sprechenden Wolken und Wasser und Blätter und Winde ertönte den Atlantiern ein Laut: Tao – das bin ich. In diesem Laut lebte das eigentliche Wesen, das durch die ganze Natur geht. Atlantis vernahm ihn. Dieses Tao drückte sich später aus in dem Buchstaben T. Auf ihm steht ein Kreis, das Zeichen der alles umfassenden göttlichen Vaternatur.“ (Rudolf Steiner, Gesamtausgabe, Band 96, S. 196 ff.)

Betrachten wir zum Abschluss noch kurz das andere Elemetn im Bild SAT & TAT:
Das Sanskritwort Sat ( सत् ) wird übersetzt mit „Sein“, „Leben“, „Fortdauer”. Im übertragenen Sinne steht es für den »reinen Zustand des Seins“: konfliktlos, dualitätslos, undifferenziert, formlos, grenzenlos, ungeteilt, ohne Anfang und Ende. Sat (सत्) wird auch als Verb verwendet, mit der Bedeutung „sein“ Es ist verwandt mit dem lateinischen Wort „esse“, das ebenfalls die Bedeutung von „sein“ hat. Hiervon stammt auch das Wort „Essenz“ ab. Unter dem vorigen Bild mit dem Titel Der Laut SCH haben wir festgestellt, dass der Klang S bzw. Sch das göttliche Feuer symbolisiert und an die transformierende Erfahrung des Heiligen Geistes erinnert.
Wir können den Laut S bzw. Sch somit um weitere Bedeutungen erweitern:
Sanskrit: „sat“( सत् ) = Sein
lateinisch „esse“ = sein
lateinisch: „essentia“ (= das Sein/ die Essenz einer Sache)
hebräisch: „esh“ (
= das Feuer )
mhd.: „Esse“ = Schmiedefeuer, Feuerstelle)
ahd: „essa“ = Brennoffen
englisch: „ash“ = Asche
PIE *as- bzw. *es- = brennen, leuchten
Im Bild sehen wir auf der linken Seite eine S-förmige Schlange. Sie symbolisiert den Menschen, der sich durch die »wässrigen Ebenen der MATERie« – mit all ihren trügerischen Erscheinungen – hindurchgeschlängelt und sich als eins mit dem göttlichen Geist, mit dem ungeteilten EINEN, erkannt hat. In gewisser Weise hat er sich so von allen Formen und Hüllen „gehäutet“, die sein Bewusstsein einschränken und es an die Welt der Gegensätze binden.
Auch die anderen Symbole oberhalb des Wassers, die rötlich aufstrahlen – der Kreis, die Flügel des Merkurstabes, die Sonnenscheibe –, repräsentieren das Feurige, das Geistige, das männliche schöpferische Prinzip. Sie alle verweisen auf unseren göttlichen Vater, auf das Ewige, Nicht-Manifeste, das todlos, grenzenlos und frei von allen Gegensätzen ist. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass schon Pythagoras lehrte, dass »Apollo« – die Sonne – eine tiefere Bedeutung enthält. Er sah darin ein Symbol für das ungeteilte EINE, eine Zuweisung, die nicht rein willkürlich geschah, sondern auf einer Mehrdeutigkeit des Namens »Apollo« beruhte. Entsprechend dieser Auslegung übersetzte er A-pollo (Ἀ-πόλλων) mit Nicht-Viele, sah also darin ein Sinnbild für das EINE. (Zur Erklärung: Das griechische Wort πολύς bedeutet viele, wobei πολλός die ionische Form von πολύς darstellt; das griechische ἀ-Präfix wiederum ist eine Form der Verneinung, mit der Bedeutung von nicht, un-, ohne.)
Zurück zum oberen Bild: Alle Gebilde, die in das Wasser eingetaucht sind – das Tauzeichen, die sieben Zustände des modifizierten Bewusstseins (die durch die sieben Chakren repräsentiert sind), die Widerspiegelung der Sonne, der schwarze Kubus – symbolisieren die MATERie, die göttliche Mutter, die uns die zahlreichen Erfahrungen in den zahllosen Welten der Gegensätze ermöglicht. Denn nur in der MATERie, d. h. in der Welt der Vielfalt und Dualität können wir wachsen, uns entwickeln und Erfahrungen sammeln.
Sankt Georg
Diese Skizze ist angelehnt an das Kunstwerk von Albrecht Dürrer. Es ist ein Holzschnitt aus dem Jahr 1501-1504 und trägt den Namen »Heiliger Georg tötet den Drachen«.
Georg bedeutet wörtlich „Der, der die Erde bearbeitet“ oder auch „Der, der in der Erde wirkt“. Der Name stammt aus dem Griechischen, der sich aus den Wörtern geō- (γεω- = Erde) und érgon (ἔργον = Werk, Arbeit) zusammensetzt. Letzterem Wort sind die Begriffe „wirken“, „werken“ und das Nomen „Werk“ entlehnt. Damit verwandt ist auch das englische Wort „work“, das die Bedeutungen von „Arbeit“, „Werk“, „Wirken“ und „Anstrengung“ hat.
In vielen Sprachen hat sich – bis in die heutige Zeit hinein – ein Laut bewahrt, der den Namen des Planeten Erde beschreibt. Die Rede ist von dem Laut G. Hier ein kurzer Überblick:
Im Altgriechischen gibt es das Wort Gaîă ( Γαῖᾰ ), das unseren Planeten Erde bezeichnet. Andere damit verwandte Wörter weisen ebenfalls auf die Erde bzw. den Erdboden hin: gê (γῆ) bedeutet „Land“, „Erde“, „Boden“, wobei gâ (γᾶ) die dorische Form von gê (γῆ) ist. Diese griechische Bezeichungen haben in der deutschen Sprache Eingang gefunden. Denken wir beispielsweise an die Wörter Geometrie (Erdmessung), Geologie (die Lehre von dem Aufbau der Erdkruste) etc. Sie alle beziehen sich auf die Erde.
In diesem Kontext ist auch die ägyptische Hieroglyphe gbb zu erwähnen:
. Sie bedeutet „“Erde“, „Grund“. Die von diesem Wort abgeleitete altägyptische Gottheit Geb ist der Gott der Erde.
Nach der Lehre des Zoroasters wurde die Welt zunächst geistig erschaffen. Erst später trat ihr materielles Gegenstück in Erscheinung. Dieses wird Geti genannt.
Kommen wir zu einem Wort aus dem Sumerischen:
. Es wird „Ki“ ausgesprochen. Die Übersetzung davon ist „Erde“, „Grund“, „Ort“, „Land“, „Staat“ etc. Es kann hier zu einer zusätzlichen Konsonantenverwendung kommen. Anstelle von „k“ kann das Wort auch am Anfang mit einem „q“ gesprochen werden. Auch die Vokale varieren zwischen dem i und dem e, so dass es mehrere phonetische Übersetzungen gibt: qi, qe, ki, ke. Das Wort bezeichnet auch gleichzeitig die sumerische Erdgöttin Ki, die auch in der altbabylonischen und chaldäischen Epoche verehrt wurde.
Aus dem eben Gesagten lassen sich ein paar wichtige Schlussfolgerungen ziehen:
- Wir kennen den uralten Namen unseres Planeten, der – wie wir gesehen haben – auf dem Laut G basiert. Hierzu müssen wir wissen, dass die Klangschwingung, die von einem Namen ausgeht, das Innenleben der jeweiligen Wesenheit zum Ausdruck bringt, die ihn trägt. Abgesehen von den irdischen Namen, die wir zyklisch annehmen und wieder abstreifen und die unsere kleinen Aufgaben und Ziele während einer Inkarnation zum Ausdruck bringen, haben wir alle einen Seelennamen. Dieser beschreibt unser einzigartiges »Großes Werk« der Erlösung, das sich über viele Leben erstreckt, weswegen dieser Name über Tausende, wenn nicht gar über Millionen von Jahre Bestand hat.
Da wir nun wissen, dass der Klang G unseren Planeten Erde beschreibt, haben wir auch einen Hinweis darauf, welchen Lebenszweck er verfolgt. Vergessen wir nicht, dass auch er ein Lebewesen mit einer Seele ist, das ein Ziel verfolgt. In einigen der ältesten Schriftsysteme, wie dem phönizischen und dem hebräischen Alphabet, befindet sich der Laut G an dritter Stelle. Somit verweist der dritte Buchstabe darauf, dass die Lebensaufgabe unseres planetarischen Logos eng mit dem III. Strahl verknüpft ist. Auf diese Tatsache weisen auch der Tibeter und A. A. Bailey in ihrem Buch „Esoterische Astrologie” hin (in der englische Ausgabe auf Seite 513):
- Jeder von uns ist ein „Sankt Georg“! Das heißt, wir sind alle göttliche Kinder, heilige Wesen, Seelen – wie auch immer wir es nennen wollen –, die am »Großen Erlösungswerk« mitwirken. Wir inkarnieren uns zyklisch, um auf Erden zu wirken und die Materie zu bearbeiten und zu erlösen. Georg bezieht sich somit auf jeden von uns, „der in der Erde wirkt“.
Noch ein erhellender Hinweis: Das Wort „Georg“ steht in gewisser Weise in Beziehung zu dem Begriff „Karma“. Denn die Sanskritwurzel kri (कृ), auf der das Wort „Karma“ (कर्म) basiert, trägt – neben den Übersetzungen von „tun“, „machen“, „bewirken“, „vollbringen“ – auch die Bedeutung von „arbeiten“ und „wirken“. Die Bezeichnung „Kar-Ma“ gibt somit fast den gleichen Sachverhalt wieder. Sprachkabalistisch betrachtet ist jemand, der sein Karma bearbeitet, einer, „der in der MATERie – im MUTTERboden – wirkt.“
- Es hat keinen Sinn, den »Drachen« zu töten. Es geht vielmehr darum, ihn zu bezwingen und das von ihm ausgehende »Feuer« nach oben zu lenken. Wir benötigen das »Feuer«, um die Materie bzw. die Erde zu transformieren.
Der Wagen
Die Skizze ist eine Interpretation der siebten Tarotkarte, die den Namen »Der Wagen« trägt. Auf der Frontseite des Wagens, der die Form eines Kubus hat, sind zwei Symbole dargestellt: Eine Spirale und ein schalenförmiges Gefäß. Letzteres weist ganz bewusst Ähnlichkeit mit der Form einer Barke oder eines Mondes auf:

Diese Symbole stehen zudem in enger Beziehung zu den Buchstaben W und G , aus Gründen, die nun erläutert werden.
Das Wort „Wagen“ lässt sich etymologisch auf die protoindoeuropäische Wortwurzel *wegh- zurückführen. Sie hat die Bedeutungen von: „gehen“, „bewegen“, „in einem Wagen transportieren“.
Viele der Begriffe, die damit direkt oder indirekt zu tun haben, gehen darauf zurück:
Weg, Wagnis, Vehikel, Woge, abwägen, Waage, Vagabund (vgl. hierzu das französische Wort vaguer = „umherschweifen, umherstreifen“); die französischen Wörter voguer (= „fahren, segeln, rudern“) und vaquer (= „einer Sache nachgehen“). Auch das Wort wackeln (frz. vaciller; engl. to wag; to wiggle) ist damit verwandt.
Der spiralförmige Weg vom Zentrum zur Peripherie und wieder zurück zum Ursprung (unserer »wahren Heimat«, »des Vaters Haus«), wird durch den Buchstaben G dargestellt. Seine Form beschreibt nicht nur den Anfang einer Spirale, ursprünglich hat er wohl – in einer alten Bilderschrift – einen Bumerang repräsentiert. Letzterer beschreibt übrigens eine ähnliche Flugbahn: Er entfernt sich von dem, der ihn wirft, immer weiter auswärts, um an einem bestimmten Punkt der Flugbahn wieder zurück zum Ausgangspunkt – zum WERFENDEN – zurückzukehren. Es fällt uns nicht schwer, im WERFENDEN das Göttliche zu sehen, wie es seine göttlichen „Projekte“ und Ideen in Zeit und Raum wirft. In diesem Zusammenhang sei auch ein Symbol der Freimaurer – das G – erwähnt. Es steht unter anderem für Gott in seinem schöpferischen Aspekt, mit anderen Worten, für den Großen Architekten der Welt.
Doch vergessen wir nicht: Gott, das ist nicht jemand, der getrennt von uns existiert. Das sind wir in unserem göttlichen Ursprung!
Wir haben uns auf ein einzigartiges Wagnis eingelassen und uns in Zeit und Raum projiziert. Wir haben uns entschieden, den Weg vom EINS-SEIN in die Dualität zu beschreiten. Denn nur hier – in der Welt der Gegensätze, in der ein »Ich« und »Du«, ein »Innen« und »Außen« usw. erlebt werden können – ist das Sammeln von Erfahrungen möglich. Wie Vagabunden streifen wir ziellos umher. Das ist ein Abenteuer! Wir erleben ein ständiges Auf und Ab, wir schwanken (frz.: vaciller) hin und her. Mal werden wir von der einen, mal von der anderen heftigen Woge im »Meer des Lebens« erfasst. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem wir uns nicht länger hin- und herschütteln lassen. Wir hören auf, zwischen den dualistischen Kräften hin- und herzuwackeln. Wir lernen abzuwägen. Im tieferen Sinne bedeutet das, zu lernen, in unserer Mitte zu bleiben und alle möglichen Gegensätze »auszugleichen«. Je öfter uns das gelingt, desto klarer werden wir erkennen, dass sämtliche Gegensätze – auch wenn sie sich uns in der Erscheinungswelt mit unterschiedlicher Gestalt und Dynamik präsentieren – im Grunde dasselbe sind: begrenzte Erfahrungen!
Im Spiel der Dualität bedarf es jedoch auch einer »bindenden Energie«. Diese benötigen wir, um uns in immer dichteren Ebenen zu inkarnieren (Sie sind im oberen Bild durch die sich immer weiter vom Zentrum entfernenden Spiralbahnen dargestellt.). Die »bindende Energie« ist von lunarer Natur. Sie kommt durch den Buchstaben W zum Ausdruck. Durch sie erhalten wir eine „harte Ummantelung“ ähnlich einer Rüstung, die uns schützt und uns gegenüber widrigen Umständen resistenter macht. Sie kann aber auch bewirken, dass wir uns verhärten und unempfindsam werden. Kurz: Wir erhalten hier einen »Korpus«, der uns so manche Brandungen und Unwetter des Lebens unbeschadet überstehen lässt.
Der hebräische Buchstabe Waw (
), der im Deutschen wie ein W bzw. V, manchmal auch wie ein U ausgesprochen wird, bedeutet „Haken“. In der hebräischen Grammatik fungiert er zugleich als das Bindewort „und“.
Der Laut Waw entspricht also einem Verbindungselement (ähnlich einem Nagel, Bolzen oder Stift), mit dem man etwas befestigen oder zusammenfügen kann. Durch die Energie, die der Buchstabe Waw ausdrückt, wird also das Geistige an das »Kreuz der Materie« genagelt.
Das Waw ist die Energie, die sowohl binden als auch verbinden kann.
Sie bewirkt, dass wir uns verkörpern können. Sie gibt uns Emotionen und einen grobstofflichen Körper, d. h. ein Vehikel bzw. ein Gefährt, mit dem wir Erfahrungen in der dreifachen Formwelt – der Welt der Gedanken, Gefühle und Erscheinungsformen – sammeln können.
Auf diese Weise hilft sie uns auch, uns wieder mit unserem Ursprung zu verbinden.
Abstieg
x
Kosmische Schwingung
x
Wassermann
Die Herrscherin
x
Loki
Es ist an der Zeit, die seit Urzeiten kultivierten Trennlinien und Blockaden aufzulösen, durch die wir irrige oder gar feindselige Vorstellungen über Begriffe wie Materie, Teufel, Körper, stoffliche Dichte, Inkarnation, Dunkelheit etc. geformt haben.
Danken wir der »stofflichen Welt« für all die Erfahrungen, die wir darin machen dürfen! Danken wir allen »Problemen«, die in unser Leben getreten sind. Sie sind im tieferen Sinne des Wortes das „vor uns Hingeworfene“ (von griechisch „pro-ballein“; pro = vor, ballo = werfen), damit wir uns mit dem befassen, worauf sie uns hinweisen wollen: auf die Unordnung in uns. Mit anderen Worten, sie sind unsere „Projektionen“ des eigenen Chaos, das noch in unserem Inneren herrscht und das wir vollständig auflösen müssen. Jedes Problem, dem wir im Leben begegnen, spiegelt uns also etwas wider. Wir werden auf uns selbst zurückgeworfen!
Wir können noch einen Schritt weitergehen: Bedanken wir uns beim Widersacher, beim „Teufel“ – letzterer Begriff geht auf das altgriechische Wort diabolus zurück –, durch den wir „in die Zweiheit geworfen“ wurden (von griechisch „dia-ballein“; dia = auseinander, entzwei, ballo = werfen). Etymologisch betrachtet, verkörpert er eine von ihm „entworfene Welt der Dualität“, eine Welt der Gegensätze, die er nicht nur aus sich selbst hervorgebracht hat, sondern durch sein kontinuierliches Wirken ständig neu belebt.
Nur durch diese vom Widersacher zur Verfügung gestellten dualistischen Kräfte – und als Träger solcher Bindekräfte sollten wir ihn betrachten, um zu einer Aussöhnung mit ihm zu gelangen – können wir unterschiedliche Erfahrungen sammeln und Neues dazulernen. Er hat die große Projektionsfläche der Gegensätze gewoben und aufgespannt, damit wir in Bewusstseinsräumen von unterschiedlicher Dichte verschiedene Rollen spielen und damit experimentieren können.
Die Entsprechung des »Widersachers« in der nordischen Mythologie trägt den Namen Loki. Und auch bei diesem Wort gibt es eine tiefere Bedeutung: Loki ist etymologisch mit dem Wort „Locke“ und dem englischen Begriff „lock“ verwandt, der sich mit „Schloss, Verschluss, Blockierung, Sperre“ übersetzen lässt. Schon die „Locke“ verweist auf eine Art von Schlinge, die einen bestimmten Raum eingrenzt. Ebenso der bogenförmige Verschluss eines Schlosses, auch er gibt diese Bedeutung wieder und spielt zudem darauf an, dass hier etwas eingesperrt bzw. festgebunden wird. Loki steht also für einen von ihm erschaffenen begrenzten Raum, in den sich die Seele hinabziehen und binden lässt, um hier – in einer Welt der Verschiedenheit und des Beschränktseins – unterschiedlichste Erfahrungen sammeln zu können.
Das ist sicherlich nicht immer angenehm. Doch ohne Erfahrungen – zu denen auch Reibungen, Widrigkeiten und die Hindernisse des Lebens gehören – geht es nicht! Ohne sie gäbe es kein Wachstum, keine Erkenntnisse und kein Vorankommen. Aus diesem Grund dürfen wir für diese Welt der Gegensätze dankbar sein. Dieser Dank bewirkt, dass sich unser ganzes Wesen ausdehnt und wir unser irdisches Dasein und unsere Mitmenschen mit mehr Güte und Mitgefühl betrachten. Vor allem verändert er unsere Sicht auf den Widersacher, der diese dualistischen und bindenden Kräfte möglich macht.
Tetramorph
x
Samsara
x
MaRia
x
Rose
x
