Die Härte, die wir gegenüber anderen bekunden, hinterlässt auch in uns entsprechende Spuren. Man kann nur Härte zeigen und sie andere spüren lassen, wenn man selbst hart geworden ist.
Sieh’ den Gefängniswärter an, auch er lebt in einem Zustand der Gefangenschaft … auch er befindet sich hinter Gittern. Du magst sagen, “aber er ist doch frei … er steht auf der anderen Seite der Gefängniszelle!”
Doch unbestreitbar ist: Infolge der wiederholten täglichen Kontrollgänge, in denen er nachschaut, ob sein Häftling noch eingesperrt ist, verbringt er einen Großteil seines Lebens im Gefängnis.
In ähnlicher Weise erbauen wir uns selbst ein Gefängnis, indem wir Tag für Tag unsere Mitmenschen – durch ein Verurteilen, Geringschätzen, Verfluchen etc. – gedanklich einsperren und somit fortgesetzt in Gefangenschaft halten.
Umgekehrt wiederum gilt:
Gib deine Mitmenschen frei, und du befreist dich selbst.
Entriegle dein Herz, um umfassend zu lieben, und es öffnen sich dir viele Türen, die bisher verschlossen waren.