In gewisser Weise ähnelt unser Leben einer Welt aus Eis: Wohin wir auch blicken, wir sehen nur die Dinge der grobstofflichen Welt (d. h. die zu Eis erstarrten Formen). Alles scheint getrennt voneinander zu existieren, überall nehmen wir Risse, Spalten und Klüfte wahr (all die Differenzen, Entzweiungen, Abspaltungen etc., durch die wir die Welt zersplittern). Und nicht selten ist es eine eisige Kälte, die uns umweht (als Folge davon, dass wir ein trennendes Denken oder einen kühl kalkulierenden Verstand an den Tag legen).
Die »Eiswesen«, die in dieser Welt leben, sind häufig miteinander im Konflikt, sie geraten pausenlos aneinander, während sie die ganze Zeit über blind für das unermessliche »LEBENSMEER« bleiben, das in der Tiefe fließt. (Es ist das, was uns g a n z macht: So nah und doch so oft verkannt!)
Sie erkennen nicht, dass dieses »LEBENSMEER« alles umfasst, alles durchdringt, und dass ausnahmslos alle Lebensformen daraus hervorgegangen sind. Stattdessen kämpfen diese »Eiswesen« um kleine und nichtige Dinge. Sie meiden »spitze Eiszapfen« und »scharfe Eiskanten«, an denen man sich verletzen und schneiden könnte, gleichzeitig ringen sie darum, möglichst viele »glitzernde Eiskugeln« anzuhäufen. Die »kleinen Kugeln« geben ihnen das Gefühl, viel zu besitzen bzw. reich zu sein; und die »großen Kugeln« sind die strahlende Trophäen und Auszeichnungen, die ihre Macht, ihren Ruhm und ihre Errungenschaften zum Ausdruck bringen.
Doch gibt es wirklich einen Unterschied zwischen den kantigen und spitzen »Eisstücken«, die wir immer wieder meiden, da sie uns verletzen, und den polierten »Eiskugeln«, an deren Glanz wir uns wiederholt ergötzen? Beschäftigen wir uns hier nicht im Grunde immer wieder mit denselben Dingen … mit FRAGMENTEN, mit BRUCHSTÜCKEN ?
Mit anderen Worten: Sehen wir nicht, dass wir, ganz gleich, ob wir uns mit »schmerzlichen Erlebnissen« oder mit »großartigen Erfahrungen« befassen, uns im Grunde fortwährend mit etwas Begrenztem und Endlichem identifizieren?
Hier beginnt das Durchschauen der Illusionen! Und je tiefer wir in uns vordringen, uns erforschen und dabei immer subtilere Begrenzungen entlarven (an denen wir unbewusst festhalten), desto mehr unterziehen wir uns einer regelrechten Transformation …